Mit feinem Gespür für Alltägliches erzählt Antje Damm in Regenwurmtage eine kleine Geschichte über Mut, Verantwortung und Freundschaft. Das Buch richtet sich vor allem an Kinder im Grundschulalter – und ist zugleich ein stilles Plädoyer für Empathie und Zivilcourage. Wie so oft bei Antje Damm sind Text und Illustration eng verwoben: klare Linien, sanfte Farben, einprägsame Figuren – und eine Atmosphäre, die Kindern Raum lässt, selbst zu denken.
📖 Buch · 48 Seiten (Moritz Verlag)
Inhalt: Karla liebt Regenwürmer. Als ihre Lehrerin befiehlt, sie vom Schulhof zu entfernen, will Karla das nicht hinnehmen.
Sie widerspricht – und steht plötzlich allein da.
Doch dann merkt sie: Mut beginnt oft dort, wo man sich unsicher fühlt.
Regenwurmtage erzählt in leisen Bildern, wie Kinder Verantwortung übernehmen, auch wenn Erwachsene etwas anderes erwarten.
Bewertung: Dieses Buch ist klein im Umfang, aber groß im Gehalt. Antje Damm beobachtet Kinder ernsthaft, ohne Sentimentalität. Die Geschichte stellt keine pädagogische Botschaft in den Vordergrund, sondern zeigt, wie moralische Fragen im Alltag entstehen:
Was ist richtig? Wann darf man „Nein“ sagen? Die Illustrationen unterstützen die Erzählung, ohne sie zu erklären – ein typisches Merkmal von Damms Stil. Pädagogisch betrachtet bietet das Buch viele Anknüpfungspunkte für Gespräche über Zivilcourage, Naturverbundenheit und moralisches Urteilsvermögen.
Fazit: Regenwurmtage ist eine kleine, starke Geschichte über Empathie und Mut.
Ideal zum Vorlesen, Nachdenken und Diskutieren – in Familie, Kita oder Grundschule.
Ein Buch, das zeigt, dass selbst die kleinsten Tiere (und die kleinsten Leser:innen) große Gefühle haben dürfen.
